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Dunkelmänner der Desinformation
Am 13. Mai 1981 verübte der türkische Rechtsextremist
Mehmet Ali Ağca auf dem Petersplatz in Rom ein Attentat auf
Johannes Paul II. Sofort zeigten alle Finger auf den bulgarischen
Geheimdienst und auf den KGB. Der Anfang vom Untergang der Sowjetunion
und eine Desinformationskampagne die in vielen Punkten Übereinstimmungen
mit den gefälschten Uran Dokumenten aus dem Niger beinhaltet.
Die Niger- Dokumente waren Grund genug Irak anzugreifen.

Der KGB liess auf den Mann des Friedens schiessen!
Die Fährte, die nach dem Attentat auf den Papst zum bulgarischen
Geheimdienst und den KGB führte, wurde kurz nach den Attentaten
gelegt. Damals meldete das nachweislich vom amerikanischen Geheimdienst
CIA manipulierte italienische Magazin Il Gionale Nouvo, dass der
KGB für das Attentat verantwortlich sei. Wenig später,
im Juli 1981, folgte das rechtskatholische Blatt Deutsche Tagespost
aus Würzburg. Auch sie übernahmen das KGB Komplott.
Interessant ist, wer zum damaligen Zeitpunkt an der KGB Story
mitwirkte: zum einen der Il Giornale Reporter Michael Ledeen.
Er gehörte, wie Robert Moss oder Claire Sterling, die eineinhalb
Jahre nach dem Papst Attentat die Hauptpropagandisten der KGB
Geschichte waren, zur ehemaligen Mediengruppe von James Jesus
Angelton. Angelton war anfangs der 60er und 70er Jahre Direktor
der Counter Intelligence des CIA. Ledden wurde später bekannt
durch seine innigen Beziehungen zur kriminellen italienischen
Freimaurer Loge Propaganda Due, P2, über ihn soll weiter
unten noch die Rede sein, denn er kommt mit den Niger Dokumenten
wieder aus der Versenkung. Claire Sterling, war eine enge Bekannte
des ehemaligen CIA Geheimdienstchefs William Colby. Claire Sterling
publizierte im September 1982 die bekannt gewordene publizistische
Bombe im amerikanischen Magazin Readers Digest unter dem Titel:
The Plot to Murder the Pope.
Dies war der Artikel der den Hunden den Knochen vorwarf und sich
Enthüllungsstorys über die brutalen Methoden des KGB
übertrafen und als Initiator des internationalen Terrors
identifizierten. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang sind zwei
Ereignisse: Am 8. Juni 1982 hielt der amerikanische Präsident
Ronald Reagan vor dem Unterhaus in London eine Rede. Seine Botschaft
lautete, „eine globale Kampagne für Demokratie, die
den Marxismus- Leninismus auf den Aschenhaufen der Geschichte
werfen wird.“ Dazu wurde das Projekt „Demokratie“
mit 85 Millionen Dollar zur Beeinflussung der Medien ins Leben
gerufen. Das zweite Ereignis: dr verschärfte Konflikt zwischen
den USA und der UDSSR hinsichtlich der Aufstellung neuer Atomraketen
in Europa und die scharfe Auseinandersetzung der US-römisch-katholischen
Kirche mit der Rüstungspolitik der Vereinigten Staaten. Genau
in diesem Zeitpunkt fiel die Medienoffensive zur KGB Steuerung
des Papst Attentäters Agca.
Sterlings Logik ist Reagans Wahrheit
Die an sich schon ausserordentlich abgekühlten Ost-West Beziehungen
wurden schlechter, die kalten Krieger triumphierten, die Fortführung
einer Politik der Entspannung war mit Erfolg bekämpft worden.
Für Ronald Reagan war Sterlings Enthüllungsgeschichte
im Readers Digest die Argumentationshilfe im Krieg gegen den kommunistischen
Satan. Sterlings Logik wird zu Reagans Wahrheit. Ihre Analyse
des sowjetischen Terrornetzwerkes liest sich folgendermassen:

Krieg gegen den Satan
Wenn die Terroristen rot sind, also kommunistisch, dann werden
sie sowieso von Moskau kontrolliert.
Wenn die Terroristen Rechtsradikale sind, sind sie natürlich
in Wirklichkeit Kommunisten und werden ebenfalls von Moskau kontrolliert.
Ist eine sowjetische Waffe im Spiel, so ist das der eindeutige
Beweis für die aktive Rolle Moskaus im internationalen Terror.
Stammt die Waffe aber aus NATO-, oder aus US Beständen,
dann weist das nach, dass diese von den Kommunisten gestohlen
wurden.
Den Teufel lostreten
Wo in den amerikanischen Presse nun soviel über den von Moskau
gesteuerten Internationalen Terror geschrieben und enthüllt
wurde, konnten die europäischen Zeitungen und Medienhäuser
nicht hinten anstehen. Im November 1982 war es dann soweit: Alle
Newsticker meldeten, dass in Rom der Vertreter der bulgarischen
Luftfahrtgesellschaft, Sergej Iwanoff Antanoff verhaftet worden
sei. Die italienische Polizei meldete, dass er an der Verschwörung
gegen den Papst beteiligt gewesen sei, indem er Agca logistisch
und finanziell unterstützt habe. Und damit schloss sich der
Kreis, die russischen Barbaren wollten den friedliebenden Papst
töten, die filigrane, vom Westen so hart erarbeitete weltpolitische
Lage destabilisieren und schlussendlich einen Weltkrieg vom Zaun
fegen. Das französische Magazin Paris Match lieferte auch
gleich den Beweis: „Paris Match hat den Beweis! Dieses Foto
ist eine Tatsache!“ Es zeigt in der Menge am 13. Mai 1981,
den Moment, als der verletzte Papst auf den Boden fällt,
einen Mann mit Bart, der eine Brille trägt: Sergej Iwanoff
Antanoff. Das Bild ging um die Welt, es war der Beweis des sowjetischen
Terrors. Der Mann auf dem Foto, so stellte sich einiges später
heraus, war ein amerikanischer Tourist. Mit journalistischer Kriegsführung
gipfelte CNN. CNN berichtete, dass am 14. Dezember während
eines Besuches von US Aussenminister George Shultz in Rom, der
Papst berichtet habe, dass er davon überzeugt sei, dass hinter
dem Anschlag die bulgarischen und sowjetischen Geheimdienste stünden.
Und Shultz, so CNN weiter, hätte sofort den Präsidenten
über die Aussage informiert. In derselben Nacht meldeten
alle grossen Nachrichtenagenturen diese Geschichte, bis die Zeitungen
mit der Schlagzeile „Der Papst beschuldigt den KGB“
auf Titelseiten klotzten. Il Massagero, ein italienisches Blatt
und andere Zeitungen streuten, dass der Entführte US General
James L. Dozier in der bulgarischen Botschaft gefangen gehalten
würde. Die französische Zeitung Figaro meldete darauf
am 23. Dezember 1982: „Die bulgarische Sache wird in der
NATO diskutiert!“ Die Weltkrise war geschaffen, der Teufel
losgetreten, das reich des Satans konnte seiner Vernichtung entgegentreten.
Die Wiedergeburt von Ledeen
Wie weiter oben bereits erwähnt, war Michael Ledeen einer
der Vortreter in der Papst- KGB Affäre. Ledeen hetzt seit
Jahren mit dem Fürst der Finsternis, Richard Perle aus ihrem
Heimathafen, dem American Enterprise Institute für den Krieg
gegen Irak, gegen Iran und Syrien. Am 3. April 2005 sendete KPFK
aus Los Angeles ein Radio Interview mit dem CIA Agenten Vincent
Cannistraro. Es ging um die besagten Niger Dokumente, die Anlass
gaben im Irak einzumarschieren.
Cannistraro: It was SISME (der italienische Geheimdienst),
yeah…
Interviewer: Do we know who produced these documents? Because
ther’s some suspicion…
Cannistraro: I think I do, but I’d rather not speak
about it right now, because I don’t think it’s a proven
case…
Interviewer: If I said Michael Ledeen?
Cannsitraro: You’d be very close…
Kann also sein, kann aber auch nicht sein, dass Ledeen seine Finger
im Spiel hatte. Was wir im Moment wissen ist, dass Ledeen in seiner
Italien Zeit in den 70er Jahren enge Verbindungen zum italienischen
Geheimdienst SISMI unterhielt. Die Kontakte gingen über Francesco
Pazienza und seine Verbindungen zur Propaganda Due P2 und die
Gladio Operation. In dieser Zeit arbeitete Ledeen für Il
Giornale und The Daily American, ebenfalls eine Zeitung die in
den Interessen amerikanischer Geheimdienste in Italien stand.
Ledeen lehrte an der John Hopkins School of Advanced International
Studies (SAIS) in Bologna. Ledeens alter Freund Paul Wolfowitz
war Dekan im SAIS Hauptquartier in Washington, bevor er Donald
Rumsfeld Gehilfe im Pentagon wurde. Als Jimmy Carter Präsident
der USA war, stellte sich heraus, dass Ledeen als Quelle für
den Carter Skandal „Billygate“ verantwortlich war.
Der Skandal in dem es um den Vorwurf geschäftlicher Beziehungen
des Bruders von Jimmy Carter zu Libyens Diktator Ghaddafi ging
und Carter die Präsidentschaft gegen den Republikaner Reagan
kostete, wurde im Zirkel der P2 angezettelt. Nach der Invasion
der Amerikaner in Grenada war es Ledeens Job für die Dokumente
zu sorgen, welche die Invasion rechtfertigen sollten. Und…
jetzt kommt die Geschichte natürlich auch mit hoch, erstaunt
aber nicht, der Iran-Contra Skandal. In Reagans Amtszeit war Ledeen,
zusammen mit John Negroponte tief in der Waffengeschichte verwickelt.
Er war die Schlüsselverbindung zwischen Manucher Ghorbanifar
und Adnan Kashoggi, einem der grössten Waffenhändler
für Waffen aus Israel. Lesen ist eine Waffe, nicht wahr?
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