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Schmutzige Geschäfte und
Heiliger Krieg.
Stephan Fuchs - Herr und Frau von Dohnanyi
Sie sind die Autoren des im Pendo Verlag erschienen Buches "Schmutzige
Geschäfte und Heiliger Krieg; Al Qaida in Europa". Um es
gleich vorweg zu nehmen, ihr Buch wurde mit harter Kritik konfrontiert.
Allen voran Herr Ladurner von "DIE ZEIT" verriss ihr Buch als
"billige Kommentatorenpolemik unterfüttert mit großem,
aber disparatem Faktenwissen", und er drückt sie bisweilen
in die Ecke der Verschwörungstheoretiker. Zu Recht?
Unser Buch behandelt unter anderem das Risiko von nuklearen, biologischen
und chemischen Massenvernich-tungswaffen in den Händen islamistischer
Terror-Organisationen. Wir behaupten nicht, dass etwa Al-Qaida
solche Waffen bereits besitzt. Aber man weiß, und nicht
erst seit den Anschlägen vom 11. September 2001, dass Osama
bin Laden an der Aufrüstung seiner 'Gotteskrieger' mit solchen
Waffensystemen arbeitet. In einer Fatwa hat er die Beschaffung
solcher Waffen sogar zur heiligen Pflicht jedes Muslimen erklärt.
Die erste uns bekannte Aussage verhafteter Al-Qaida Mitglieder
zu diesem Thema stammt aus dem Jahr 1998. Wer diesen Geständnissen
damals wenig Bedeutung zumaß, müsste spätestens
durch das in den afghanischen Ausbildungslagern entdeckte Schulungsmaterial
der Terroristen aufgerüttelt worden sein. Sind diejenigen,
die im Frühjahr 2002 an strategischen Punkten von New York
die Installation von Sensoren zur Frühwarnung vor Attacken
mit ABC-Waffen anordneten, Opfer von 'Verschwörungstheorien'
geworden? Und warum hat ein hoher Funktionär der Internationalen
Atomenergiebehörde in Wien zum Jahrestag der Anschläge
von New York und Washington von der wachsenden Sorge gesprochen,
Al-Qaida könne im Besitz von radioaktivem Material für
eine 'Schmutzige Bombe' sein? Wird hier vielleicht der Überbringer
schlechter Nachrichten mit dem Argument der 'billigen Kommentatoren-Polemik'
geprügelt, nur weil die von ihm überbrachte Botschaft
missfällt?
Als regelmäßiger Weltwoche Leser schätzt man
Ihre journalistische Fähigkeit und Integrität. Herr
Ladurner und andere Bemängeln Ihre Quellenangaben, die Sie
häufig im Dunkeln lassen. Ist dies die Folge journalistischer
Gepflogenheit des Quellenschutzes?
Der Journalismus lebt davon, dass Informanten sich auf ihren Schutz
verlassen können. Das halten unsere Kritiker in ihrem jeweiligen
Arbeitsgebiet genau so, ohne dass es ihnen deshalb zum Vorwurf
gemacht würde. Um so mehr gilt dies für Informanten,
die häufig ein hohes persönliches Risiko eingehen, indem
sie rigorose Schweigepflichten brechen. Soweit es ging, haben
wir Informanten mit Namen genannt. Andere werden sich darauf verlassen
können, namentlich von uns unter keinen Umständen genannt
zu werden.
Journalisten haben, wenn sie investigativ arbeiten, häufig
Zugang zu Unterlagen und Gesprächen die sich für Außenstehende
nicht so einfach verifizieren lassen. Müssen sich die Leser
auf das Urteilsvermögen des Journalisten verlassen, oder
hätte jeder die Möglichkeit sich mit Ihnen auf einen
Espresso zu treffen und sich die Dokumente einzusehen, von welchen
Sie behaupten im Besitz zu sein?
Und wer finanziert dann, angesichts des hohen Interesses an unserem
Material, die Behandlung unserer chronischen Koffeinvergiftung?
Aber Scherz beiseite. Mit jedem Einzelnen zu reden, wäre
schon aus zeitlichen Gründen wohl unmöglich. Das auf
mehrere sichere Orte verteilte Archiv ist inzwischen auf einige
zehntausend Seiten angewachsen. Aber Kollegen, die mit dem nötigen
Grundwissen gerüstet sind, sind natürlich willkommen.
Wir haben, außer dem noch nicht veröffentlichten Material,
keine Geheimnisse.
Gustav Trampe vom "Berliner Tagespiegel" kritisiert Ihr Buch
unter dem Titel: "Die Angstfalle". Arbeiten Sie mit der Angst
der Leser um Ihr Buch möglichst gut zu verkaufen oder ist
die Gefahr realer als der Staatsschutz den Bürgern zumutet?
Im Archiv des 'New Yorker' gibt es einen wunderbaren Cartoon.
Eine Gruppe von Straussen sitzt um einen Tisch. Der Vorsitzende
beugt sich leicht vor: 'Damit ist der Antrag angenommen. Wir werden
auch künftig die Köpfe in den Sand stecken!' Wenn Europa
und die U.S.A. die Vogel-Strauss-Politik gegenüber dem islamistischen
Terrorismus nicht so lange betrieben hätten, müssten
wir uns heute wohl weniger Sorgen machen. Und was Ihre Anspielung
auf die Verkaufszahlen angeht. Reich wird man von solchen Büchern
nicht.
Als Schweizer Infanterie Offizier lernt man im Untergrund zu
kämpfen und Guerilla Taktiken anzuwenden. Eines dieser Lehrbücher
wurde von Major H. von Dach geschrieben und war mehr oder wenig
öffentlich zugänglich und wurde, soviel ich weiß,
auch im Untergrund gehandelt. Es ist wohl eine Illusion anzunehmen,
dass entschlossene Terroristen nicht auf die Idee kommen Trinkwasser
zu verseuchen und Atomkraftwerke in die Luft zu jagen. Selbst
Gruppen wie die Aum Sekte von Japan, die nicht im Verzweiflungskampf
gestanden haben, führten Gas Attacken in der Metro von Tokio
durch. Sind Sie denn wirklich paranoid, wenn Sie auf diese Gefahren
hinweisen?
Ich war in Tokio, als Aum Shinrikyo die U-Bahn mit Sarin angriff.
An diesem Tag wurde ein neues Kapitel in der Geschichte des Terrorismus
geschrieben. Zum ersten Mal hatte sich nicht eine Regierung, sondern
eine 'Privat-Organisation' am Massenmord versucht. Wegen meiner
Warnung, dass in Tokio die letzte Hemmschwelle für Terroristen
durchbrochen worden sei, wurde ich damals von vielen verlacht.
Gebe Gott, dass die Spötter recht behalten. Nichts wäre
mir lieber, als in diesem Punkt von den Fakten dementiert zu werden.
Denn im Gegensatz zu den meisten Lachern habe ich, und nicht nur
in Tokio, Opfer von Massenvernichtungswaffen mit eigenen Augen
gesehen.
Diese Woche treffe ich mich mit einem deutschen Unternehmer
der 1994 mit einigen Gramm Plutonium im Süddeutschen Tengen
verhaftet wurde. Sie erwähnen ihn auch auf Seite 142 Ihres
Buches. Selbstverständlich wird eine Frage an ihn den Irak
betreffen der in der Zieloptik des amerikanischen Pentagons stand.
Ist die Gefahr einer Atombombe in terroristischen Händen
tatsächlich vorhanden?
Es mag schon sein, dass eine funktionsfähige Atombombe der
ultimative Traum auch von Terroristen ist. Aber sie brauchen sie
nicht wirklich. Was wollen Terroristen anderes als – terrorisieren!?
Und dazu genügt eine Schmutzige Bombe. Ein herkömmlicher
Sprengsatz, kombiniert mit radiologischem Material etwa aus der
industriellen Nuklearforschung oder der Nuklearmedizin. Der Hinweis
selbst auf eine schwache Verstrahlung im Zentrum einer Grosstadt
wäre genug, um das normale Leben zum Erliegen zu bringen.
Plutoniumhändler wie Herr Jäkle haben wohl mehr die
Bombenwünsche von Regierungen als die Träume von Terroristen
bedient. Das macht sie nicht weniger gefährlich. Der religiöse
Fanatismus einiger Wissenschaftler des pakistanischen A-Waffenprogramms
hat gezeigt, wie fließend die Grenze zwischen den Nuklearprogrammen
staatlicher und 'privater' Akteure inzwischen ist.
In ihrem Buch deuten Sie auch auf die Neonazi-Islam Verbindung
hin. Es ist eine Tatsache, dass Gruppierungen amerikanischer Nazibünde
wie die des kürzlich verstorbenen William Pierce von der
National Alliance oder Aryan Nation, den deutschen Gruppen um
Horst Mahler und Schweizer Extremisten wie Ahmed Huber sich im
Kampf gegen die USA und das angebliche Weltjudentum ideologisch
zusammenschließen. Wie real und mächtig ist diese Symbiose?
Ahmed Huber sagte im Gespräch, 1933 seien 'nur 60 Millionen
gute Deutsche erwacht. Der 11. September erweckte 1,3 Milliarden
Muslime.' Und er wollte diesen fürchterlichen Satz als Warnung
in erster Linie an die USA, letztlich aber auch an die europäischen
Demokratien gerichtet sehen. Solch verbales Säbelrasseln
ist natürlich hanebüchener Unsinn. Die islamische Welt
hat sich nach dem 11. September nicht hinter Osama bin Laden gesammelt.
Und so, wie es der rassistische Überlegenheits-Wahn den Rechtsextremisten
verbietet, Nicht-Arier als mehr als nützliche, aber eben
vorübergehende Weggenossen zu betrachten, so bleibt auch
die Akzeptanz nicht-muslimischer Alliierter durch die Islamisten
beschränkt. Anders gesagt, betrachten Rechtsextremisten und
Islamisten sich gegenseitig herablassend als nützliche, aber
letztlich eben idiotische Steigbügelhalter für die jeweiligen
Langzeitpläne. Auch im ideologischen Bereich gilt, was Winston
Churchill über Staaten sagte: sie haben keine Freunde, sondern
höchstens Interessen.
Sich deshalb nun aber entspannt und gelassen zurück zu lehnen,
wäre ein fataler Irrtum. Auch vorübergehende gemeinsame
Interessen von Islamisten und Rechtsextremisten können in
höchstem Maß gefährlich sein. Von der Logistik
des Lebens im Untergrund über die Beschaffung von Waffen
bis hin zur aktiven Partizipation bei der Vorbereitung von Anschlägen
sind alle Varianten möglich. Der letzte Anruf des Attentäters
auf die Synagoge von Djerba ging an einen deutsch-polnischen Konvertiten
im Ruhrgebiet. Ihnen, den rechtsextremen Konvertiten, zu denen
auch der Schweizer Ahmed Huber gehört, und die als Scharnier
zwischen diesen beiden vom Hass auf das Weltjudentum und die USA
bestimmten Welten agieren, muss daher eine ganz besondere Aufmerksamkeit
der Ermittler und Dienste gelten.
Im allgemeinen wird die Problematik des ideologischen Zusammenschlusses
dieser beiden Lager komplett ignoriert. Ist das nicht ein fataler
Fehler, dessen Folgen wir noch nicht absehen können?
Ganz allgemein erscheint es einer der zentralen Schwachpunkte
der westlichen Demokratien zu sein, weniger vorbeugend zu operieren
als punktuell auf akute Probleme und Krisen zu reagieren. Probleme
werden von der politischen Debatte in der Regel erst dann wahrgenommen,
wenn es 'geknallt' hat. Man muss sich doch zum Beispiel schon
fragen, warum die europäische wie übrigens auch die
amerikanische Politik alle Berichte über das Treiben von
Al-Qaida und die Verbindungen der Islamisten etwa zu saudischen
'humanitären Organisationen' auch nach Kriegsende in Bosnien
so beharrlich ignorierten. Es war das westliche Wegschauen, das
Osama bin Laden sein balkanisches Sprungbrett nach Westeuropa
garantierte. ähnlich könnte es mit dem ideologischen
Schulterschluss der Islamisten mit dem internationalen Rechtsextremismus
kommen. Dass es bis heute keinen gerichtsverwertbaren Beweis dafür
gibt, dass ein solches Bündnis bereits operativ ist, kann
doch nicht bedeuten, dass es dazu nicht kommen könnte. Wollen
wir, wie im Fall von Al-Qaida, auf das spektakuläre Ereignis
warten? Oder sollte für einmal so intensiv wie möglich
vorbeugend aufgeklärt werden? Die meisten Ermittler haben
keinen Zweifel, was getan werden müsste. Es liegt jetzt an
der Politik, so schnell wie möglich die nötigen Vorgaben
zu definieren.
Al Taqwa, die Luganeser Firma von Youssef Nada, Ali Ghaleb
Himmat und Ahmed Huber war im Kreuzfeuer der Medien und der amerikanischen
Geheimdienste. Auch Sie erwähnen diese Firma in Ihrem Buch
und bringen die Verbindung der Al Taqwa zur Fimo. Die Fimo war,
vor allem in der Zürcher Wochenzeitung "WOZ" lange Zeit als
Brückenkopf der Mafia, Schnittpunkt zur Propaganda due und
als Waschinstitut für Drogengelder im Mediengespräch.
Ist das ein Zufall, oder Spielen hier tatsächlich Kräfte
mit, die mit der Fimo konform sind und deshalb wohl auch nicht
wirklich verfolgt werden?
Journalisten tragen Fakten zusammen. Ob diese Fakten strafrechtliche
Relevanz haben, muss die Justiz entscheiden. Auch für die
Herren von al Taqwa und der Fimo gilt bis zu einem Urteilsspruch
das Unschuldsprinzip. Aber der Volksmund weiß wohl nicht
zu Unrecht, dass in der Regel dort, wo es raucht, auch Feuer ist.
Sie erwähnen, dass Prinz Nayif bin Abdulaziz al-Saud mit
einer unmissverständlichen Warnung nach Bern reiste. Erstaunlich
ist das nicht, aber dass Bern sich erpressen lässt ist wohl
auch nicht erstaunlich. Es ist vielmehr ein Skandal. Können
Sie hier näher ins Detail gehen? Steht das eventuell auch
im Zusammenhang mit den immensen saudischen Kapitalflüssen
von den Vereinigten Staaten nach Genf?
Von dieser Reise nach Bern gibt es außer den erwähnten
Fakten leider keine zusätzlichen Details. Aber Ihre Vermutung,
dass die Aussicht auf eine graduelle Verlagerung der Ölgelder
aus den USA in ausgewählte Länder Europas ein wichtiges
Motiv für die Geheimnistuerei ist, ist nicht von der Hand
zu weisen.
Sie werden kritisiert, da Sie die westlichen Gesetzesgrundlagen
für zu lasch halten. Im Prinzip sind wir aber nun dabei die
Rechtsgrundlagen für einen totalitären Staat, nicht
nur in Amerika sondern auch in Europa, aufzubauen. Interessanterweise
ergänzen sich die Meinungen von Personen wie Pierce, Huber
oder Mahler, die davon ausgehen Terror zu schüren bis die
Ordnung zusammenbricht. Wer den Terror letztendlich ausführt
ist ihnen egal, Hauptsache es brennt. Sollte tatsächlich
eine Nazi-Islamische Kooperation im Spiel sein, würde eine
Verschärfung der Gesetzesgrundlage der Bewegung in die Hände
spielen. Ist das nicht eine unglaublich schwierige Gratwanderung,
die uns das Genick brechen könnte?
Ich bin es allmählich leid, von diesen ach so gut-meinenden
Vogel-Strauss-Demokraten ständig der Scharfmacherei beschuldigt
zu werden. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Die Intoleranz in-
und ausländischer Extremisten in unserer Mitte zu tolerieren
ist kein Zeichen demokratischer Reife, sondern von politischer
Verantwortungslosigkeit. Ich verlange nicht härtere Gesetze,
sondern genaueres Hinschauen. Die Rechtsgrundlage gegen Extremisten
jeglicher Couleur ist in den meisten Ländern absolut ausreichend.
Es mag hier und dort Nachbesserungen brauchen. Ansonsten aber
sollten die bestehenden Vorschriften angewandt werden.
Es ist das beharrliche Leugnen der großen Volksparteien
von realen und mit der Zuwanderung verbundenen Problemen gewesen,
das einen Teil der europäischen Wählerschaft in die
Arme von Populisten wie Jörg Haider in Österreich, Umberto
Bossi in Italien oder Pim Fortuyn in Holland getrieben hat. Wo
sonst ist der Nährboden für die le Pens, die flämische
oder die dänische Rechte? Warum haben Edmund Stoiber und
sein bayrischer Spezi Beckstein auf die ungunestigeren Wahlprognosen
in den letzten Tagen vor der Bundestags-Wahl sofort mit der Angstpropaganda
der Ausländerpolitik reagiert?
Dass die kosovarische UCK gegen den serbischen Diktator zum Alliierten
gekürt wurde, obwohl selbst in NATO-Papieren stand, dass
sie sich über Drogenhandel, Waffenschmuggel und Prostitution
finanziert; dass Herr Kaplan mit seinem Kalifatstaat jahrelang
geduldet wurde, obwohl er im Schutz seiner Religion einen politischen
Umsturz in der Türkei plante; dass islamische Organisationen,
die der deutsche Verfassungsschutz für bedenklich hält,
Koranlehrer an deutsche Schulen plazieren und dort nach fremden
Lehrplänen und in fremden Sprachen unterrichten dürfen;
dass Organisationen wie Hizbollah oder Hamas in Deutschland Spendengelder
sammeln dürfen, die vermutlich auch den Kamikaze-Attentätern
in Israel helfen – all das und mehr riskiert nur eine Reaktion
in der Gesellschaft: eine schleichende Verschiebung nach Rechts,
die für den Fortbestand der Demokratie in der bisherigen
und energisch zu verteidigenden Form viel gefährlicher werden
könnte als alle geifernden Hetztiraden ewiggestriger Rechtsextremisten
oder Attacken fanatischer Islamisten zusammen.
Wer heute noch behauptet, es gäbe mit dem fanatisierten Teil
des Islam kein Problem, spielt den Hubers und Mahlers in die Hände.
Es mehren sich die Stimmen von Zielfahndern und Agenten, die
komplett frustriert das Handtuch werfen oder zurück gebunden
werden. Gerade deren Arbeit zeigt immer wieder die interessantesten
Resultate und Schritte in die richtige Richtung. Deuten Ihre Quellen
darauf hin, dass Sie deren Sprachrohr sind?
Wir sind Niemandes Sprachrohr. Eine der grössten Schwierigkeiten
war es, 'gute' von 'schlechten' Informationen zu trennen. Immer
wieder ist versucht worden, uns entweder in die Irre zu leiten
oder uns gezielte falsche Informationen zuzuspielen. Wir können
nur sagen, dass wir jede uns zugespielte Information so gründlich
und so unvoreingenommen wie möglich geprüft haben. Dass
viele der Steinchen des von uns beschriebenen grossen Mosaiks
aus verdeckten Quellen stammen, sollte eigentlich nicht verwundern.
Es sind Polizeifahnder und Geheimdienste, die sie beschaffen.
Ebenso wenig wie es Erstaunen auslösen sollte, dass es die
Frustration ist, die hoch motivierten Ermittlern ab und zu die
Zunge löst. Journalisten und Buchautoren lassen dann das
Aufnahmegerät laufen oder gehen mit einem neuen Packen von
Dokumenten nach Hause. Sie sind Chronisten des Kampfs gegen das
Organisierte Verbrechen oder gegen den internationalen Terrorismus.
Akteure sind sie nie.
Sehr geehrter Herr Dohnanyi, sehr geehrte Frau Dohnanyi, wir
bedanken uns herzlich für das Gespräch und wünschen
ihnen alles Gute.
Johannes von Dohnanyi ist der Autor des beim Pendo Verlag
erschienenen Buches "Schmutzige Geschäfte und Heiliger Krieg;
Al Qaida in Europa". Er ist Italien und EU-Korrespondent des Schweizer
Wochenmagazins "Weltwoche". Er wurde mit dem Journalistenpreis
der Stadt Rom ausgezeichnet.
Germana von Dohnanyi ist gebürtige Mailänderin.
Sie war Asien-Korrespondentin für "Il Giornale/L'independente
und war als freie Balkan- Korrespondentin tätig. Derzeit
ist sie als freie Journalistin tätig, unter anderem für
das "Greenpeace Magazin."
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